Alpenschutzverein

Offener Brief zum Schutz des Wolfes

2026-04-10

In den vergangenen Tagen durften wir in den Medien lesen:
„Wolf biss Frau in Hamburg ins Gesicht“

Auf SRF durften wir dann einige Tage später am 6.4. lesen:
„Umweltsenatorin Fegebank hatte dazu am Dienstag auf den Polizeibericht verwiesen. Was genau in dem Bericht steht, ist jedoch unbekannt, da die Polizei ihn nicht veröffentlicht.
Naturschützer bezweifeln, dass der Wolf die Frau angegriffen und gebissen hat. Sie verweisen etwa auf eine Zeugin, die gesehen haben will, dass der Wolf die Frau angesprungen, aber nicht gebissen habe.“

Was ist nun wirklich passiert? Scheinbar dachte die Frau, es sei ein verängstigter Hund, der permanent in die Glastür sprang, und wollte ihm helfen. Dabei kam es zu dem unglücklichen Zwischenfall.

Dies zeigt wieder einmal, dass die Schlagzeilen in den Köpfen der Menschen verbleiben und so den Wolf wieder zur Bestie abstempeln. Dies war der erste „Angriff“ eines Wolfes auf einem Menschen seit seiner Wiederansiedlung 1998 in Deutschland. Also seit 28 Jahren!

Zahlreiche Natur- und Tierschutzorganisationen – darunter auch der AlpenSchutzVerein – haben am 8. April 2026 einen offenen Brief veröffentlicht. Darin fordern sie eine sachliche, wissenschaftsbasierte Debatte über den Umgang mit dem Wolf in Österreich.

Kernpunkt: Der Wolf befindet sich hierzulande weiterhin nicht im günstigen Erhaltungszustand. Dennoch wurden seit 2022 bereits 58 Abschüsse genehmigt – aus Sicht der Organisationen ein klarer Widerspruch zum EU-Artenschutzrecht.

Statt weiterer Abschüsse plädieren die Unterzeichner:innen für:

  • konsequenten Herdenschutz
  • wissenschaftlich fundiertes Monitoring
  • faktenbasierte politische Entscheidungen

Auch wird betont: Der Wolf ist kein Problem, sondern Teil funktionierender Ökosysteme und spielt eine wichtige Rolle für Biodiversität und gesunde Wildbestände.

>>zum offenen Brief

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