2025-02-07
Alle Jahre wieder berichten die VN im Winter über das Verkehrschaos im Klostertal. Jedes Jahr werden neue Hotels eröffnet, die Kapazität der Liftanlagen erhöht und die Touristiker jubeln regelmäßig über neue Rekordzahlen. Natürlich hat der Tourismus einen gewissen Wohlstand in die Täler Vorarlbergs gebracht. Doch irgendwann erlebt die Bevölkerung auch die Schattenseiten des permanenten Wachstums im Tourismus. Die permanent ansteigende Zahl der Besucher reist natürlich mit dem Auto an, mit allen negativen Auswirkungen auf die Natur, das Klima und den betroffenen Menschen an diesen Straßen.
Was kann die Lösung dieser Entwicklung sein? Eine Autobahn bis nach Langen am Arlberg und dann ein Tunnel nach Lech?
Leserbrief für die VN:
Verkehrschaos S16
(Zum VN-Leserbrief „S16 politisches Handeln überfällig“ vom 5. 02. 26) Die Forderung von Frau Muxel aus Lech, den vierspurigen Ausbau der S16 voranzutreiben, ist aus Sicht eines Talbewohners völlig inakzeptabel. Zustände wie im Wipptal brauchen wir nicht. Die Belastung durch diese Verkehrslawine durch den überbordenden Tagestourismus hat ohnehin schon unerträgliche Ausmaße angenommen. Dass ein weiterer Ausbau dieser Straße unweigerlich noch mehr Verkehr anziehen würde, ist gesichertes Wissen. Die Lebensqualität der Bewohner des einst idyllischen Klostertales zu erhalten, muss oberste Priorität haben, statt einseitige Geschäftsinteressen zu Lasten der Bevölkerung voranzutreiben. Vor vielen Jahren wurden die Bewohner meiner Heimatgemeinde Dalaas eingeladen, am Leitbild der Gemeinde mitzuwirken. Alle Arbeitsgruppen haben sich deutlich gegen einen Ausbau der S16 ausgesprochen. Von politischer Seite wurden die Ergebnisse „schubladisiert“, großteils ignoriert, oder durch einen Teilstrecken- Ausbau (Salamitaktik) hintergangen. Überfällig ist tatsächlich ein Gesamtkonzept, wie eine An- und Abreise der Gäste wieder in menschen- und naturverträgliche Bahnen gelenkt werden kann. Das ist, bzw. wäre vordringlichste Aufgabe der Politik. Ein vierspuriger Ausbau dieser Straße gehört gewiss nicht zu diesen Herausforderungen.
Franz Ströhle, AlpenSchutzVerein für Vorarlberg, Dornbirn