Wenn wir davon ausgehen, dass wir Menschen Teil der Natur sind, dann bedeutet die permanente Zerstörung dieser Natur auch die Zerstörung unserer Lebensgrundlage. Dies kann doch nicht das Ziel einer vernünftigen Gesellschaft sein. Vielmehr sollte es unser Ziel sein, auf eine Lebensweise im Einklang mit der Natur hinzuarbeiten.
Wenn jedoch in der schwarz-blauen Politik im Land Beton, Straßen, Tunnelspinne, Autobahnen, Kreisverkehre und permanentes Wachstum auf Kosten der Natur und damit unserer Lebensqualität Vorrang haben, dann kommt die Natur im wahrsten Sinne des Wortes unter die Räder.
Die aktuelle Diskussion um die geplante Novelle zum Naturschutzgesetz zeigt exemplarisch, worum es im Naturschutz immer wieder geht: nämlich die Frage, welchen Wert wir intakten Lebensräumen beimessen. Wenn Grenzwerte verändert werden, Bewilligungsverfahren abgeschafft werden und die Mitwirkungsrechte von Naturschutzorganisationen beschnitten werden, schrillen alle Alarmglocken. Wenn LH Wallner mit der Aussage auffällt, mit der Novellierung wolle man auch „Dauerverhinderern einen Riegel vorschieben“, dann zeigt uns dies, welchen Stellenwert er den vielen Menschen in den Naturschutzorganisationen zuschreibt. Erinnern wir uns doch noch an seine Aussage, „es gibt leider immer noch Menschen, die auf den Bäumen leben“. Wenn wir zukünftig keine Bäume mehr haben, auf denen wir leben können, dann sind nicht nur die Naturschutzorganisationen ausgestorben.
Wir brauchen sicher noch einige Wochen um die Schockstarre zu überwinden. Wie auch die Aussage von unserer Naturschutzanwältin Katharina Lins zeigt: „Wir wussten, dass da etwas kommt, aber die Radikalität hat uns doch überrascht. Das betrifft unsere Existenz, es ist ein kompletter Kahlschlag“.
Nicht nur der AlpenSchutzVerein sieht in den geplanten Maßnahmen einen Frontalangriff auf die Natur und einem Kahlschlag von oben herab. Dies ist vielleicht der Moment, dass die verschiedenen NGO´s, denen unsere Umwelt am Herzen liegt, sich organisieren und versuchen, diesen Kahlschlag zu verhindern.
Die IV appellierte hingegen, die Reform rasch umzusetzen, um Standort und Naturschutz gleichermaßen zu stärken. Diese Aussage kann nur als absurdes Paradoxon abgelehnt werden um nicht als eine unverschämten Frechheit zu bewerten.
Der AlpenSchutzVerein stellt all seine Aktivitäten unter das Motto: „Wir geben der Natur eine Stimme“. Wir werden uns auch in Zukunft diese Stimme nicht verbieten lassen. Darum müssen wir für jeden Stein, der uns in den Weg gelegt wird, einen anderen Weg finden. Doch auch die Gesellschaft muss ihre Verantwortung wahrnehmen. In einer Demokratie gibt es immer wieder Wahlen, bei denen die Politik belohnt oder bestrafte werden kann.