Und ewig grüßt das Murmeltier. Unsere ewiggestrigen Politiker treiben ohne Rücksicht auf Verluste ihre ewiggestrigen Straßenprojekte voran. Asphaltminister Peter Hanke hat nun das Vorprojekt S18 genehmigt. Asphaltlandeshauptmann Markus Wallner ist erfreut.
„Für Vorarlberg ist das eine sehr gute Nachricht. Seit rund 45 Jahren beschäftigt uns die Frage, wie wir die Verbindung zwischen A14 und Schweizer A13 verkehrsgerecht und verträglich lösen. Dass das Vorprojekt nun genehmigt ist, bringt die Planung endlich wieder ein Stück weiter. Eine leistungsfähige Anbindung ist für unseren Wirtschaftsstandort und für die Entlastung von Lustenau und des gesamten unteren Rheintals auf beiden Seiten der Grenze von großer Bedeutung. Jetzt gilt es, die nächsten Schritte zügig voranzutreiben – damit eine Verbindung entsteht, die dem Land und den Menschen dient.“
Das ist konservative schwarze Politik. Festhalten um jeden Preis an einem 45 Jahren alten Monsterprojekt. Und dann auch noch die Unverfrorenheit, diesen Unsinn als Dienst an der Bevölkerung zu verkaufen. Wenn er nur den Mut hätte, die Menschen in einer Volksabstimmung entscheiden zu lassen, dann ürde er den Willen der Menschen kennenlernen.
Leserbrief in den VN:
Nächster S-18 Streich
Ein einziger Blick auf den Plan im Artikel “Grünes Licht für nächsten S 18 Schritt” (VN 22.07.26) offenbart, wie widersinnig die S18CP-Straßenführung geplant ist. Da fehlt es nicht nur am viel beschworenen Hausverstand, sondern auch am Respekt vor demokratischen Entscheidungen der betroffenen Gemeinden. Die realen und denkbar schlechtesten geologischen Voraussetzungen für diesen Bau werden ebenfalls ignoriert. Über die gravierenden Auswirkungen auf die Natur, auf das Klima und die zu erwartende Verkehrslawine wie im Wipptal wollen LR Bitschi und LH Wallner einfach drüberfahren. Koste es, was es wolle, und “weiter so” ist die Devise, Hauptsache, die Wirtschaftskammer kann applaudieren. Dass ausgerechnet ein roter Verkehrsminister die Weichen zu dieser verhängnisvollen Entwicklung stellt, obwohl klar ist, dass die enormen Kosten bei den sozial Bedürftigen bundes- und landesweit eingespart werden, zeigt, dass auch die sozialistische Partei bereit ist, ihre Ideale zu verraten. In der Ignoranz gegenüber Klima und Naturschutz unterscheiden sich Schwarz, Blau und Rot ohnehin nicht mehr. Dass die Asfinag die Kosten trägt, ist eine einzige Augenauswischerei, denn woher kommt dieses Geld? Wenn zukunftsvergessene Machtpolitik so agiert, ist es notwendig, dass alle aufstehen, die damit nicht einverstanden sind, um den Widerstand der zivilgesellschaftlichen Initiativen zu stärken.
Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg, Dornbirn