Alpenschutzverein

Soll der Wolf in Österreich wieder ausgerottet werden?

Der AlpenSchutzVerein kritisiert den Abschuss des Wolfs Mirco im Bezirk Schwaz in Tirol, der zu Forschungszwecken besendert war.  Den verfügbaren GPS-Daten zufolge befand sich Mirco zum Zeitpunkt der Tiroler Abschussgenehmigung noch auf italienischem Staatsgebiet in der Provinz Bozen. Erst später überschritt der Wolf die Grenze nach Österreich. Seine Bewegungen seien den österreichischen Behörden im Rahmen der grenzüberschreitenden wissenschaftlichen Zusammenarbeit rechtzeitig mitgeteilt worden. Diese Daten zeigen auf, dass dieser Wolf kein „Risikofall“ war, sondern ein unauffällig wandernden Wolf, der dem Abschusswahn unserer Behörden zum Opfer fiel.

Die ANCA – Austrian Nature Conservation Alliance hat gemeinsam mit der italienischen Organisation Io non ho paura del lupo APS und 23 weiteren NGOs (auch der ASV) eine formelle Eingabe an die EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall übermittelt. Darin wird eine umgehende Überprüfung der Tötung des italienischen, mit einem GPS-Halsbandsender ausgestatteten Wolfs Mirco gefordert, der Teil eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts des Parco Nazionale delle Dolomiti Bellunesi und der Università degli Studi di Sassari war. Mit der Initiative soll nicht nur der konkrete Fall Mirco aufgearbeitet werden. Ziel ist es vielmehr die überschießende österreichische Praxis (seit 2022 70 behördlich angeordnete Tötungen) bei Wolfsentnahmen hinsichtlich der Anforderungen an europäisches Naturschutzrecht zur Prüfung vorzulegen.

>>Mirco – Brief an die EU 2026

Die unterzeichnenden Organisationen kündigen an, in den kommenden Wochen sowohl die formelle Beschwerde bei der Europäischen Kommission einzureichen als auch offiziell die Eröffnung eines Case Files im Rahmen der Berner Konvention zu beantragen.

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