Alpenschutzverein

Schweizer Kanton „Übrig“

2026-02-20

Im Jahr 1919 gabe es in Vorarlberg eine Volksabstimmung, ob die Vorarlberger Landesregierung Beitrittsverhandlungen mit der Schweiz aufnehmen soll. 81% des Stimmvolkes befürwortete dieses Ansinnen. Dies wirkt scheinbar noch bis heute nach. Dafür gibt es viele Beispiele. Die Schweiz bestimmt, wo der Anschluss für die S18 sein muss, selbstverständlich muss der Bodenverbrauch für das Zollamt in Vorarlberg sein, sie baut in St. Margrethen die Schallschutzwände auf Schweizer Seite höher als auf Vorarlberger Seite (Abstimmung mit Land Vorarlberg), wir bauen den Autobahnanschluss Dornbirn Süd so, dass eine Fahrt von Bregenz nach Diepoldsau und umgekehrt nicht möglich ist. Es gäbe noch viele Beispiele aufzuzählen.

Aktuell lassen wir uns gerade vom Flughafen Altenrhein erpressen. Kommt nun der gescheiterte Anschluss an die Schweiz scheibchenweise durch die Hintertür?

Leserbrief für die VN:

Welches Lärmkorsett?
Wie feiert man ein Jubiläum des lärmverursachenden Flughafens Altenrhein? Richtig, mit noch mehr Lärm! Die Schweiz stellt Österreich ein Ultimatum: „Wenn Vorarlberg bis zum gesetzten Termin keine Ausnahme des bestehenden Lärmkorsetts zulässt, werden wir die geplante Flugshow absagen!“ Dass die schwarz-blaue Landesregierung angesichts dieser massiven Drohung kurz vor Ablauf des Ultimatums in die Knie gehen musste, werden die Bürgermeister, die sich für den Schutz der Leute und der Tiere des Naturschutzgebietes eingesetzt haben, doch hoffentlich einsehen? Weshalb der Lärm der Schweizer Autobahn durch die unterschiedlich hohen Schutzwände auf unser Gebiet reflektiert wird, erklärte mir der Gemeindepräsident von St. Margreten folgendermaßen: „Wir bauen die Lärmschutzwände auf der Österreich zugewandten Seite nicht höher als wir müssen. Es ist nicht unsere Schuld, dass die Standards in der Schweiz höher sind als bei euch. Deshalb sind auch die Lärmschutzwände auf Schweizer Seite höher.“ Die Vorarlberger Anrainer, die jahrzehntelangem Flug- und Verkehrslärm ausgesetzt sind, fragen sich deshalb schon lange, ist der Vertrag, der sich Lärmkorsett nennt, ein Phantom, das vielleicht nur in den Köpfen unserer Landesregierung besteht?

Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg, Dornbirn

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen