Alpenschutzverein

Sackgasse S18

2026-03-16

Wenn wir die Verkehrspolitik des Landes, aber auch des Bundes betrachten, dann könnte man den Eindruck gewinnen, es gäbe keine Klimakatastrophe und auch keinen beschlossenen Klimanotstand, welcher in Vorarlberg am 4. Juli 2019 beschlossen wurde. In diesem verpflichtete sich das Land, Maßnahmen zu ergreifen, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen und die Klimakrise zu bekämpfen. Dies sollte als Basis für weitreichenden Klimaschutz dienen.

Dies ist aufgrund der Realpolitik im Land „Scheinklimaschutz“ in Reinkultur. Die Tunnelspinne in Feldkirch wird gegen jede Vernunft weitergebaut und zum Milliardenloch. Gleichzeitig jammern die Bürgermeister über fehlendes Geld in allen wichtigen Themen für die Menschen. Wo waren sie, als die Landespolitik die Tunnelspinne beschlossen hat und landesweit junge Menschen Widerstand leisteten?

Aktuell sprach sich der Verkehrsminister wieder für die Totgeburt der S18 aus und stellte sich somit hinter die falsche Verkehrspolitik von LH Wallner und seinem Verkehrslandesrat Bitschi. Wie lange wählen wir Vorarlberger noch die Totengräber einer zukünftigen lebenswerten Umwelt?

Leserbrief in den VN:

Im öffentliche Interesse?

Wenn Infrastrukturminister Peter Hanke im VN- Interview (11. 03. 26) annimmt, er könne die S18 durchsetzen, weil er der 18. Minister ist, der sich damit befassen muss, ist dies so kausal wie die geplante Trassenführung dieses unsinnigen Projektes. Natürlich will er auch die S18CP unter dem fragwürdigen Titel „Im öffentlichen Interesse“ durchsetzen. Wenn sogar Heliskiing am Arlberg im öffentlichen Interesse sein soll, zeigt das, wie missbräuchlich dieser Begriff angewendet werden kann.  

Ein Experte stufte diesen Moorboden als denkbar schlechtesten Untergrund für einen Straßenbau ein. Die unmittelbar betroffene Gemeinde Lustenau hat mit über 70% gegen diese kuriose Trassenführung gestimmt. Wenn eine so deutliche Mehrheitsmeinung missachtet wird, muss man annehmen, dass wir uns demokratiepolitisch der von der FPÖ so sehr angestrebten Stufe des ungarischen Despoten Viktor Orban annähern. Minister Hanke könnte tatsächlich Bewegung in die Sache bringen, indem er endlich einen Schlussstrich unter dieses unselige Projekt setzt, um die kürzeste, eine umweltverträgliche und kostensparende Verbindung zur Schweizer Autobahn umzusetzen. Dies würde zeigen, dass ein „Roter“ Minister aus den Projekten Zwentendorf und Hainburg etwas gelernt hat, statt sich vor den Karren der rücksichtslosen schwarz/blauen Verkehrsideologie spannen zu lassen.

Franz Ströhle, AlpenSchutzVerein für Vorarlberg, Dornbirn

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