2025-08-26
Auf der Homepage von Bregenz Tourismus wird zum Feuerwerk folgendes geschrieben:
„Ein weiteres Highlight erwartet die Besucher:innen am Samstag, den 23. August, um 22.30 Uhr: Ein spektakuläres Feuerwerk, das den Nachthimmel in ein leuchtendes Farbenspiel tauchen wird. Das Beste daran: Der Eintritt ist frei!“
Über die negativen Folgen wird natürlich kein einziges Wort verloren. Irgendwie verständlich, denn das Feuerwerk wurde von den behörden ja genehmigt. Trotzdem erwarten wir von den verantwortlichen Politikern in Bregenz, dass sie auch die negativen Folgen beachten und zukünftige Feuerwerke ablehnen. Eine Lasershow hat auch seine Wow-Effekte und hat weniger negative Auswirkungen.
Leserbrief in den VN:
Spektakel am See
Es ist schon verwunderlich, wie verharmlosend und unkritisch über ein Feuerwerk direkt über dem See aus Anlass des Bregenzer Hafenfestes berichtet wird (VN, 25. August 2025). Die Problematik des leuchtenden Farbenspiels über dem Nachthimmel kann mittlerweile niemandem mehr unbekannt sein.
Dass die giftgeschwängerten Schwaden, die in dem mitgelieferten „schönen“ Bild gezeigt werden, nicht am Himmel bleiben, sondern als Fallout auf die Menschen und das Wasser niedergehen, ist auch klar.
Was für ein Aufschrei ginge durch die Medienlandschaft, wenn es jemand wagen würde, ein Trinkwasser-Reservoir zu vergiften! Darf das beim Bodensee, aus dem große Teile des süddeutschen Raumes mit Trinkwasser versorgt werden, einfach ausgeblendet werden?
Studien aus Anlass des Konstanzer Seefestes haben gezeigt, dass Wasservögel, aufgeschreckt durch das Feuerwerk, Hunderte Kilometer bis zur völligen Erschöpfung fliegen. §5 des österreichischen Tierschutzgesetzes: „Es ist verboten, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen“.
Die zuständigen Beamten, die so etwas genehmigen, sollten sich deshalb fragen, ob sie noch gesetzeskonform handeln. Ist die Verantwortung, die sie für die Gesundheit, den Natur- und den Tierschutz haben, nicht wichtiger als ein kurzfristiges und zweifelhaftes Vergnügen für gedankenlose Menschen?
Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg, Dornbirn